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Du bist kein UX-Designer

von Stefan Rössler am 22. Januar 2014

1 Kommentar von Martin Schlagnitweit

Es gibt Leute, auf deren Visitenkarten „User Experience Designer“ steht. Diese Leute haben Glück, denn seit sie sich diesen Titel verliehen haben, bekommen sie tatsächlich mehr Geld für ihre Arbeit. Lustig, wenn man bedenkt, dass niemand von ihnen wirklich ein UX-Designer ist.

Es gibt überhaupt keine UX-Designer. User Experience ist ein Wort, mit dem versucht wird, etwas zu beschreiben, das nicht wirklich existiert. Niemand hat UX je mit eigenen Augen gesehen. Schließlich ist es nicht möglich, etwas zu sehen, das gar nicht existiert. Natürlich, ist es dann auch nicht möglich, dieses Nichts zu designen.

Über UX kann man eigentlich nur reden. Und das ist auch genug. Wir sollten uns genau darauf konzentrieren. Je mehr wir über User Experience reden, desto wichtiger wird sie. Man kennt es aus dem Alltag: je länger man über eine Sache oder ein Thema nachdenkt bzw. spricht, desto wichtiger wird es einem werden.

Was machen wir jetzt mit unseren Visitenkarten? Selbst wenn es stimmt, dass man über UX nur reden kann, so wäre es dennoch nicht ratsam, „User Experience Redner“ oder „UX-Dampfplauderer“ auf seine Kärtchen zu drucken. Stimmt. Und die folgende Idee ist ein ganz konkreter Vorschlag für jeden, der Berufsbezeichnungen tatsächlich sinnvoll findet:

Nenn dich einfach UX-Manager

Das hat gleich 2 Vorteile. Zum Einen ist es richtiger als UX-Designer und zum Anderen bringt das Wort „Manager“ vielleicht noch ein paar Euro mehr die Stunde.

Warum ist UX-Manager richtiger? Weil die User Experience eines Produkts oder Services von allen Beteiligten beeinflusst wird. Egal ob Konzepter, Grafiker, Designer, Programmierer oder Texter – wir alle sind massgeblich an der User Experience beteiligt. Ob wir uns dessen bewusst sind oder nicht.

UX ist allgegenwärtig. Sie steckt in jeder Zeile Code, in jedem Pixel und jedem konzeptionellen Gedanken, der in unsere Arbeit einfließt. UX ist nicht in den Griff zu bekommen. Zumindest nicht von einem Designer, sehr wohl jedoch von einem Team. Ein Team, in dem jeder Einzelne ein Bewusstsein für UX entwickelt hat. Und genau dafür gibt es UX-Manager.

Wir sind es, die mit den Teammitgliedern immer wieder über User Experience reden. Wir unterstützen die Programmiererin dabei, sich in die Lage ihrer Nutzer zu versetzen und wir helfen dem Designer, nützliche und sinnvolle Grafiken zu gestalten. Manchmal sind wir selbst diese Designer oder Programmierer, manchmal sind es Kollegen von anderen Firmen oder vielleicht auch Angestellte unseres Auftraggebers. Das mag sich von Projekt zu Projekt ändern.

Eine Sache bleibt jedoch immer gleich. Jemand muss es sich zur Aufgabe machen, dass jeder im Team über User Experience nachdenkt und man gemeinsam darüber spricht. Nur auf diese Weise lässt sich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine gelungene User Experience zu liefern.

Und wenn es darum geht, einfach nur zu reden, wer wäre wohl besser für diese Aufgabe geeignet, als ein Manager. Genau gesagt, der User Experience Manager.

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Bisher 1 Kommentar

  1. Martin Schlagnitweit7. Februar 2014

    Danke. Wieder einaml auf den Punkt getroffen! Das musste auch mal jemand sagen.

Du hast eine Meinung dazu? Wir freuen uns :)

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