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Fang einfach an. Jetzt!

von Stefan Rössler am 17. September 2013

„To achieve great things, two things are needed: a plan, and not quite enough time.“ – Leonard Bernstein

In den letzten Jahren hatten wir eine Menge vielversprechender Ideen. Angefangen bei Blog-Artikeln, die wir nie geschrieben haben, über Services und Produkte, die wir nie entwickelt haben, bis hin zu Büchern, über die wir immer nur gesprochen haben.

Was ist falsch gelaufen? Warum gibt es die meisten unser Ideen zwar in unseren Köpfen, nicht aber in Wirklichkeit? Ein fehlender Plan war bestimmt nie das Problem, schließlich konnten wir oft stundenlang darüber reden, was wir wie, wann und warum machen werden. Wir haben es nur nie getan. Wir hatten einfach zu viel Zeit.

Was? Zu viel Zeit?

Ja, zu viel. Nicht etwa zu wenig – obwohl wir das im Nachhinein immer gerne glauben. Wenn wir großartige Dinge schaffen wollen, bringt es nichts, der Vergangenheit nachzutrauern und uns darauf auszureden, wir hätten zu wenig Zeit gehabt. Wenn wir großartige Dinge schaffen wollen, müssen wir jetzt damit anfangen.

Und schon wird es kritisch. Wir müssen aufpassen, nicht der Versuchung zu erliegen, einen Masterplan entwickeln zu wollen. Das ist unrealistisch. Der menschliche Verstand ist nicht dafür gemacht, Wochen, Monate oder gar Jahre im Voraus zu planen. Wir können uns schon vorstellen, was die nächsten Monate passieren wird, mit der Wirklichkeit werden diese Fantasie-Geschichten jedoch wenig zu tun haben.

Was außerdem passiert, wenn wir zu lange am perfekten Plan tüfteln, ist Folgendes: Wir rechnen zu viel (viel zu viel) Zeit ein, um unseren Plan in die Tat umzusetzen. Und dann kommt Parkinsons Gesetz zum Tragen, welches besagt, dass sich Arbeit in genau dem Maß ausdehnt, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht.

Das heißt, wenn wir planen, dass ein Projekt drei Monate dauert, dann dauert dieses Projekt auch drei Monate. Selbst wenn wir die eigentliche Arbeit in einer Woche hätten schaffen können. Das wäre selbst noch gar nicht schlimm. Schlimm ist aber, dass es nahezu unmöglich ist, seine Motivation für ein bestimmtes Ziel über mehrere Wochen und Monate hinweg zu halten.

Meist ist man einen Tag lang richtig motiviert. Manchmal eine ganze Woche. Irgendwann kommt aber der Zeitpunkt, an dem man die Freude verliert und dann sollte man nicht damit beschäftigt sein, einen veralten Plan einhalten zu müssen, sondern die Freiheit haben, sich neu auszurichten. Das tut einem selbst gut und in Folge dessen natürlich auch den Projekten, an denen man gerade arbeitet.

Anstatt also stundenlang über einem Masterplan zu brüten, der oft schon nach 48 Stunden obsolet ist, sollten wir lieber einen Schritt nach dem anderen machen. Babysteps, wenn man so will.

Wir gehen nicht zig Szenarios im Kopf durch, wie wir am besten vom Bett zur Zimmertür kommen und entwickeln daraus einen perfekten Plan. Wir gehen einfach los. Und wenn wir hinfallen, stehen wir wieder auf. Und wenn wir auf halbem Weg entscheiden, dass wir eigentlich zum Fenster wollen, dann ändern wir einfach die Richtung.

Und das alles machen wir unter Zeitdruck. Keine Deadlines, die 4 Wochen in der Zukunft liegen, sondern Deadlines für den heutigen Tag, für die nächste Stunde oder besser noch, eine Deadline für die nächsten 5 Minuten.

Je kürzer, desto besser. Und das aus 2 Gründen:

  1. Eine Zeitschätzung für die nächsten 5 Minuten ist wesentlich realistischer, als der Versuch, die kommenden 3 Monate zu planen.
  2. Wenn wir keinen Zeitdruck haben, ist die Gefahr groß, dass wir einfach nicht beginnen.

Natürlich haben wir eine große Vision davon, wo wir im Leben hinwollen. Wir haben Werte- und Moralvorstellungen, sowie Träume, die wir uns gerne erfüllen würden. Diese Dinge sind so etwas wie ein Kompass, der uns in die gewünschte Richtung führt. Von Plänen können wir hier aber wirklich nicht sprechen.

Wir dürfen auch nicht glauben, wir bräuchten einen Plan, um unsere Ziele zu erreichen. Und abgesehen davon, dass Pläne, die zu weit in die Zukunft reichen, nichts mehr mit der Realität zu tun haben – wer sagt eigentlich, dass wir morgen noch dieselben Ziele haben wie heute?

Großartige Dinge erreichen wir nicht, wenn wir Zielen von gestern nachjagen, weil wir unseren eigenen unrealistischen Plänen blind vertrauen. Großartige Dinge erreichen wir, wenn wir einfach anfangen. Am besten jetzt!

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