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Vorsicht, stumpf!

von Stefan Rössler am 5. Juli 2013

3 Kommentare zuletzt von Alex P

Ziemlich verrückt, dass wir meinen, wir müssten 8 Stunden täglich im Büro sitzen. Was glauben wir eigentlich, wer wir sind?

Glauben wir tatsächlich, wir würden mehr schaffen, wenn wir länger arbeiten? Klar, würden wir iPhones in asiatischen Fabriken zusammenbauen, dann wäre unsere Stundenanzahl entscheidend für unser Ergebnis – nur tun wir das nicht.

Würden wir auf unsere Felder gehen, um die Ernte einzubringen, dann wäre es natürlich wichtig, wie lange wir arbeiten. Doch auch das tun wir nicht. Was wir tun, ist in den meisten Fällen Arbeit, für die wir unseren Verstand gebrauchen. Und unser Verstand wird durch übermässigen Gebrauch stumpf.

Es ist nicht so, dass wir ihn nicht wieder schärfen könnten. Doch wenn wir wie bisher glauben, wir müssten unsere 8 (oder mehr) Stunden täglich vor dem Computer sitzen und so tun, als wären wir moderne Fabriksarbeiter, dann ist unser Ende bereits absehbar.

Lasst uns ausbrechen aus diesem Gefängnis. Diesem gedanklichen Gefängnis, dieser veralteten Vorstellung, wir müssten uns abplagen, um zu einem guten Ergebnis zu kommen. Das müssen wir nämlich nicht. Wir müssen nur aufpassen, dass unser Verstand nicht abstumpft.

Ein stumpfer Verstand ist wie ein stumpfes Messer. Natürlich können wir damit noch schneiden, nur brauchen wir an Stelle von 5 Minuten eher 15 Minuten und an Stelle von 1 Stunde eher den ganzen Tag.

Und abgesehen davon, dass man sich gerade mit stumpfen Messern schneller schneidet, ist auch unser Ergebnis meist zu vergessen. Genauso wie Obst und Gemüse durch eine stumpfe Klinge zu Matsch wird, wird auch das Ergebnis unserer (geistigen) Arbeit zu einer breiähnlichen Masse, die am besten im digitalen Müllkorb landet.

Wir sollten begreifen, dass unser Verstand ein Werkzeug ist. Ein Werkzeug, welches wir ab- und zu schärfen müssen, wenn wir nicht mit Mitte 30 zusammenzubrechen wollen, weil wir ständig nur noch arbeiten und trotzdem das Gefühl haben, wir würden zu wenig schaffen.

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Bisher 4 Kommentare

  1. Alex P10. Juli 2013

    Sehr scharfsinnig! Eine willkomme Ermahnung.

    Wie viele Stunden pro Tag wird dann bei simplease (geistig) gearbeitet?

  2. Stefan Rössler10. Juli 2013

    Wir haben uns seit dem ersten Tag angewöhnt, täglich um ca. 9 Uhr im Büro zu sein. Zu Mittag gehen wir gemeinsam essen und bleiben tun wir ca. bis 16, 17, manchmal 18 Uhr. Das würde ich als den Standard-Tag bezeichnen.

    Um die Frage mit den Stunden zu beantworten: Es dürften zwischen 5 und 7 Stunden täglich sein. Es kann natürlich einmal mehr werden, wenn wir gerade viel um die Ohren haben.

    Nur muss ich dazu sagen, dass ich unser aktuelles Modell nicht ideal finde. Also gilt diese Ermahnung vor allem für uns selbst :)

    Wie gesagt, haben wir uns angewöhnt täglich ins Büro zu gehen und um ehrlich zu sein, würde ich die Zeit, die wir im Büro verbringen nicht gleich als Arbeitszeit sehen. Im Schnitt arbeite ich an einem der Standardtage wahrscheinlich maximal 2 bis 3 Stunden produktiv.

    Die meisten produktiven Stunden bekomme ich zusammen, wenn ich von zu Hause aus arbeite. Man glaubt gar nicht, was es für einen Unterschied macht, wenn einem nicht alle halben Stunden jemand auf die Schulter tippt ;)

  3. Alex P11. Juli 2013

    Danke für die offene Antwort.

  4. Pingback Weniger arbeiten, mehr verdienen | Simplease Blog11. Januar 2014

    […] aber sicher werden wir stumpf. Wir plagen uns ab und nichts mag uns so recht gelingen. Nicht nur, dass wir selbst nicht mehr mit […]

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