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Usability-Tests zum Abschmecken

von Stefan Rössler am 27. April 2013

Als Abschmecken wird das abschließende Verkosten und etwaige Nachwürzen einer Speise vor dem Servieren bezeichnet. Wikipedia: Abschmecken

Klassische Usability-Tests sind perfekt, um die User Experience eines Produkts großartig zu machen.

Gute User-Interfaces werden durchs Testen erst so richtig gut. Wenn ein UI aber von Grund auf schelcht ist, liefern uns Usability-Tests nicht mehr, als Ausgangspunkte für einen besseren Neuanfang.

Eine bekömmliche Suppe mit Salz und Pfeffer abzuschmecken, macht daraus eine richtig leckere Suppe. Eine ekelhafte Suppe kann man zwar auch salzen und sie wird irgendwann genießbar – was richtig Leckeres wird daraus aber nicht mehr.

Wenn man erst am Ende eines Projekts einen Usability-Test macht, läuft man Gefahr, schlechte Software zu entwickeln, die man zwar noch retten kann, die aber in Wahrheit völlig anders funktionieren sollte.

Wollen wir wirklich gute Produkte entwickeln, müssen wir ständig testen – je früher, desto besser.

Zum Glück sind Usability-Tests genauso einfach und unkompliziert wie das Abschmecken beim Kochen. Man braucht nicht extra den Tisch für eine handvoll Testesser zu decken.

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Wir haben richtig klassische Usability-Tests mit eingeladenen Probanden, vorbereiteten Test-Szenarios und Videoaufzeichnungen für unsere Auftraggeber gemacht. Wir haben aber auch Usability-Tests untereinander im Büro, mit Freunden auf der Couch oder Betrunkenen beim Fortgehen gemacht.

Abgesehen davon, dass die lockeren Tests lustiger sind, haben sie einen großen Vorteil: Ohne den Overhead eines professionellen Usability-Tests, kann man seine Ideen und Konzepte so schnell und einfach testen, dass man es tatsächlich macht.

Sich zu überlegen, wie man bestimmte Dinge testet, wird zur echten Herausforderung. Man muss kreativ werden, um sich einfache und schnelle Tests einfallen zu lassen, die trotzdem effektiv sind und verwertbare Ergebnisse liefern.

Und genau das ist auch so cool daran: Usability-Tests machen Spaß!

Wenn man früh mit dem Testen beginnt und von Anfang an, Feedback zu seiner Arbeit einholt, dann motiviert das einen. In einer Phase, in der man noch nicht Unmengen von Energie, Zeit und/oder Geld in Etwas gesteckt hat, freut man sich über jeden Hinweis und ist für Kritik dankbar.

Beginnt man hingegen zu spät, sind Usability-Tests nichts weiter als frustrierend. Öfter als einmal wird man durch den Test feststellen, dass man ein schlechtes Produkt hat und eigentlich von vorne beginnen sollte. Was meistens leider unmöglich ist.

Wir sollten uns deshalb angewöhnen, ständig zu testen, genauso wie sich der Spitzenkoch angewöhnt hat, ständig abzuschmecken. Nur so wird aus genießbar, richtig lecker.

Remote Usability Tests - einfach gemacht.
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Bisher 2 Kommentare

  1. Pingback Das geheime Rezept guter Software | Simplease Blog27. April 2013

    […] eine echte Speise, aus echten Zutaten, bereit um von echten Menschen abgeschmeckt und verfeinert zu […]

  2. Pingback Testing early and often with Userbrain | Simplease Blog5. Februar 2014

    […] that we are real evangelists of testing early and often. We write about it on our blog, talk about it in presentations and teach students the importance of getting into the feedback loop […]

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