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Im Simplease-Blog schreiben wir über Design, Web-Entwicklung und unser Leben als Selbstständige.

Raus aus dem Büro

von Stefan Rössler am 29. April 2013

3 Kommentare zuletzt von Sandra

Wie oft kommt es vor, dass du dich gestresst fühlst, dass du keine Lust hast, weiterzumachen und du dir ernsthaft Sorgen machst, wie du das alles schaffen sollst?

Mir passiert es schon einmal, dass ich die Freude an dem verliere, was ich tue. Dann fühle ich mich leer und erschöpft. Meine Stimmung wird deutlich schlechter und ich fange an, die Dinge negativ zu sehen.

Ein typisches Beispiel: Ich muss etwas für ein Projekt erledigen, auf das ich gerade überhaupt keine Lust habe. Um nicht anfangen zu müssen, hoffe ich auf dringende E-Mails oder Anrufe, die mich von meiner Pflicht befreien – zumindest fürs Erste. Die Arbeit bleibt so lange liegen, bis sie dringend erledigt werden muss und ich bereits einen Stress habe, um rechtzeitig damit fertig zu werden.

Der vorige Absatz beschrieb übrigens einen gewöhnlichen Tag in meinem Leben, als ich noch zur Schule ging. Ich tat meistens so lange nichts, bis die Welt kurz davor stand, einzustürzen. Gewöhnlich waren das die Wochen vor und während der Semester- bzw. Jahresprüfungen. Es hat irgendwie funktioniert, aber lustig war diese Zeit nicht – zumindest nicht deswegen ;)

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Damit mir das heute nicht mehr passiert, habe ich einen einfachen Trick: ich mache einfach eine Pause. Keine Pause, in der ich mich mit spielen, lesen oder quatschen ablenke. Ich suche nicht nach Ablenkung – das hat früher schon nicht funktioniert. Ich suche nach einem Moment der Stille.

Ich verlasse dafür das Büro und gehe in unseren Garten. Dort setze ich mich auf die Bank und lausche dem Gesang der Vögel. Dann höre ich, wie Autos vorbeifahren und Menschen miteinander sprechen. Ich verstehe nicht, was sie sagen – es interessiert mich auch nicht. Ich sitze einfach nur da und versuche aufmerksam zu sein.

Laptop und Handy sind im Büro. Manchmal habe ich eine Tasse Tee dabei, das muss aber nicht sein. Was aber sein muss ist, dass ich sonst nichts tue. In diesem Moment bin ich auf Urlaub. Für niemanden zu erreichen und ohne jede Verpflichtung. Es gibt nichts, was mich stressen könnte.

Man könnte das Meditation nennen. Ich sehe es nicht so streng. Manchmal mache ich die Augen zu und manchmal habe ich sie offen. Ich versuche einfach nur meine Gedanken zu beruhigen.

Deshalb höre ich gerne der Natur zu. Richtig hinzuhören, erfordert meine volle Aufmerksamkeit und ich kann meinen Alltag für einen Moment vergessen. Die vielen kleinen und großen Probleme existieren zwar noch, sie sind aber nicht mehr so wichtig.

Der Moment, in dem alles seine Bedeutung verliert, bringt mir neue Zuversicht. Plötzlich sehe ich das Leben wieder als Möglichkeit und ich freue mich darauf weiterzumachen.

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Bisher 4 Kommentare

  1. Stefan29. April 2013

    Kleiner Zusatz: Wäre ich noch Raucher, dürfe ich mir dabei keine Zigarette anzünden. Es geht wirklich darum, nichts zu tun und einfach nur still dazusitzen.

  2. Stefan A30. April 2013

    Vorausgesetzt, man hat einen Garten. Die armen Agenturianten, die sich im 6. bwz 7. Wiener Gemeindebezirk scharen wären schon über ein paar Topfpflanzen der Natur ein wenig näher. Jedenfalls ist die Entschleunigung, von der du sprichst ein großartiger Rat. Und weils gerade so sonnig ist setz ich mich mal in den Garten.

  3. Sandra18. August 2013

    Du sprichst mir aus der Seele Stefan. Genau dassselbe mache ich auch. Manchmal braucht man einfach eine kurze Verschnaufpause vom Alltag im Büro. Und wenn man sich in dieser Pause einfach nur hinsetzt so wie du es beschreibst und sich nicht ablenken lässt von Telefon und Computer, dann funktioniert das sehr gut.

    Liebe Grüße aus wien, Sandra

  4. Pingback Mein erstes Jahr im Stehen | Simplease Blog22. November 2013

    […] Zeitungsartikeln verbracht habe, lege ich mich jetzt auf die Couch, setze mich in den Garten oder spaziere durch den Stadtpark. Und wenn ich weiß, dass ich heute nicht wirklich etwas zu tun habe, gehe ich gar nicht ins […]

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