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Im Simplease-Blog schreiben wir über Design, Web-Entwicklung und unser Leben als Selbstständige.

Arbeite an eigenen Projekten

von Stefan Rössler am 12. September 2012

Die meisten von uns Kreativen arbeiten für Auftraggeber. Wir schreiben Angebote, entwickeln Projektpläne, halten Präsentationen, schicken Rechnungen und manchmal Zahlungserinnerungen und Mahnungen. Auf diese Weise kommen wir an unser Geld.

Geld verdienen ist gut und schön. Es ist aber nicht immer spaßig, unrealistische Deadlines einzuhalten und mit kleinen Projektbudgets auskommen zu müssen. Wer die Begeisterung an seiner Arbeit verloren hat oder im Begriff ist, sie zu verlieren, der sollte vielleicht öfter an eigenen Projekten arbeiten.

Während unseres Studiums haben wir viele kleine Projekte für Auftraggeber gemacht. Wenig Geld zu verdienen, war uns egal. Immerhin waren wir Studenten und wollten Etwas lernen. Und wir wollten nicht einfach irgendetwas machen. Wir wollten unser Bestmögliches geben. Im Laufe der Zeit konnten wir von unserer Arbeit leben. Das mussten wir auch, unser Studium war vorbei. Jeder von uns hatte Rechnungen zu bezahlen und musste darauf achten, mit seinem Geld auszukommen. Wir konnten es uns nicht länger leisten, Websites für 500 Euro zu machen. Und das ist heute noch so.

Warum wir an eigenen Projekten arbeiten

Wenn wir einen neuen Auftrag beginnen, dann müssen wir uns im Klaren darüber sein, dass es eine Deadline gibt und wir nicht unendlich Ressourcen zur Verfügung haben. Es ist nicht immer möglich, auch bei Mini-Projekten auf jedes Detail zu achten. Unsere Aufgabe ist es, für ein bestimmtes Budget, innerhalb einer bestimmten Zeit, das Optimum herauszuholen. Nicht mehr und nicht weniger.

Damit wir trotz dieser Einschränkungen nicht die Freude an unserer Arbeit verlieren, arbeiten wir an eigenen Projekten. Innerhalb der letzten 2 Jahre haben wir 5 Apps entwickelt, über 100 Blog-Artikel geschrieben und jede Menge anderer Experimente durchgeführt. Im Moment stehen wir kurz davor, ein neues iPhone-Spiel herauszubringen.

Warum tun wir das? Nichts davon hat uns reich gemacht. Zumindest nicht finanziell gesehen. Sehr wohl aber, was die Freude und den Spaß an unserer Arbeit betrifft. Es gibt wenige Dinge, die cooler sind, als einen Blog-Artikel zu schreiben, den tatsächlich jemand liest. Das ist ein außergewöhnliches Gefühl und lässt einen leicht darüber hinwegsehen, dass nicht jedes Projekt immer nur Spaß machen kann.

Wo soll man anfangen … wo aufhören?

Jedes unserer eigenen Projekte hat eine Sache gemeinsam: sie sind spontan entstanden. Wir haben uns nie hingesetzt und entschieden, dass wir eine neue App machen wollen und uns dann überlegt, welche App wir eigentlich machen sollten. Wenn jemand eine Idee hatte, die stark genug war, um sich selbst und die anderen zu motivieren, dann konnte es losgehen.

Es gibt nichts, was einen daran hindern könnte, ein eigenes Projekt zu beginnen. Natürlich werden einige sagen, dass sie keine Zeit für Spaß-Projekte haben, aber mal ganz ehrlich: wer das behauptet, der belügt sich doch selbst. Jeder von uns hat genau gleich viel Zeit und wenn etwas wirklich wichtig ist, dann finden wir alle ein paar freie Stunden am Abend oder am Wochenende.

Außerdem können wir jederzeit aufhören. Es gibt keinen Auftraggeber, der auf ein Ergebnis wartet. Wenn wir die Freude daran verlieren, dann können wir es jederzeit sein lassen. Wir haben bei vielen unserer eigenen Projekte einfach mittendrinn aufgehört. Das klingt im ersten Moment natürlich nach Versagen. Und wenn man sich das einredet, bekommt man schnell das Gefühl, man wäre jemand, der zwar ständig neue Dinge ausprobiert aber nie was durchziehen kann. Das stimmt natürlich nicht.

Wir müssen damit aufhören, das Aufhören als etwas Negatives zu sehen. Wenn wir das nicht tun, leidet unser Selbstvertrauen darunter und wir verlieren den Mut, neue Dinge auszuprobieren. Wegen der Angst zu versagen, lassen wir es lieber gleich sein. Wir werden zu feigen Sesselpickern, die nur noch ihre Pflicht erledigen und dabei das selbstständige Denken verlernen. Natürlich ein Todesurteil für Selbstständige (für Angestellte vermutlich auch).

Deshalb sollten wir ständig an eigenen Projekten arbeiten. Und wir sollten uns nix scheissen, wenn wirklich nichts daraus werden sollte. Die richtig guten Ideen kommen ohnehin immer wieder und manche Projekte greift man vielleicht Wochen, Monate oder Jahre später wieder auf. Und bei allen andern war es ohnehin gut, keine Energie zu verschwenden, nur weil man sie aus Prinzip fertig machen wollte.

Das ist die Freiheit, die man nur bei eigenen Projekt genießt. Die Freiheit, tun und lassen zu können, was man will. Und deshalb werden wir auch in Zukunft immer wieder Zeit für eigene Projekte finden, auch wenn wir jede Menge anderer Dinge um die Ohren haben. Und wer weiß, vielleicht verdienen wir ja doch irgendwann einmal Geld damit.

Wenn nicht, dann ist es auch nicht schlimm. Wir bewahren uns auf jeden Fall die Freude an dem was wir tun und verfallen nicht der Mittelmässigkeit, nur weil wir ständig mit engen Deadlines und kleinen Budgets konfrontiert sind. Am Ende profitieren auch unsere Auftraggeber davon, dass wir es gewohnt sind, das Beste aus uns herauszuholen.

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