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Weniger tun, mehr schaffen

von Stefan Rössler am 22. März 2012

3 Kommentare zuletzt von Stefan

“Doing more things faster is no substitute for doing the right things.” Stephen R. Covey

Um schnell auf den Punkt zu kommen: Viele von uns wissen nicht, was die richtigen Dinge sind und versuchen dieses Unwissen damit zu kompensieren, mehr und mehr Dinge auf einmal zu tun. Wir werden unruhig, wenn wir gerade keine Arbeit haben und erfinden uns zur Not Arbeit, um nur ja nicht untätig sein zu müssen. Arbeit ist aber nur ein Teil der Geschichte – der andere Teil ist unser tägliches Leben.

Ihr kennt die Geschichte – ihr seid gerade im Badezimmer um euch die Zähne zu putzen, habt dabei die Zahnbürste in der einen und euer Haarshampoo in der anderen Hand. Zum wiederholten Male lest ihr euch die Zutatenliste eures Shampoos durch, während ihr euch die Zähne putzt. Andere Location, ähnliches Verhalten. Ihr sitzt auf der Toilette und blättert in der Zeitung oder einem Magazin oder haltet euer Smartphone in der Hand und checkt die letzten Statusmeldungen auf Facebook. Das Verrückte daran ist, jeder kennt diese Geschichten und weiß zumindest ähnliche Situationen aus seinem eigenen Leben.

Was genau passiert mit uns? Warum können wir keine Minute ruhig sein und einfach nur still da sitzen? Was ist es, dass uns dazu bewegt, ständig beschäftigt zu sein oder anders gefragt: Warum sind wir so unruhig und müssen uns die ganze Zeit ablenken?

“Scratch the surface of impatience and what you will find lying beneath it, subtly or not so subtly, is anger. It’s the strong energy of not wanting things to be the way they are and blaming someone (ofen yourself) or something for it.” Jon Kabat-Zinn

Wir sind mit irgendetwas unzufrieden. Wir erwarten uns einfach mehr. Mehr von unserer Arbeit, mehr von unseren Arbeitskollegen, mehr von unseren Freunden und vor allem mehr von unserem Leben. Das was ist, kann doch unmöglich alles sein – oder? Wir hatten doch Ziele, wollten etwas Bedeutendes erreichen. Irgendjemand muss Schuld daran sein, dass wir die ganze Zeit nur auf der Stelle treten, während alle anderen scheinbar vorankommen.

Wir müssen wohl härter arbeiten, mehr tun als wir bisher getan haben und wenn wir nur fleißig genug sind, dann werden auch wir etwas schaffen. Bis es soweit ist, bleiben wir ungeduldig und rastlos. Wer so wenig erreicht hat wie wir, der hat auch keine Pausen verdient. Zuerst müssen wir unsere Ziele erreichen, wir müssen Etwas schaffen – ausruhen können wir uns später, wenn wir unser Haus am See haben und den ganzen Tag die Seele baumeln lassen können. Ach das wird schön, wenn wir das Leben endlich genießen können.

“People think focus means saying yes to the thing you’ve got to focus on. But that’s not what it means at all. It means saying no to the hundred other good ideas that there are. You have to pick carefully.” Steve Jobs

Wenn uns jemand fragt, dann antworten wir mit „Ja“. Wir dürfen doch keine Chance ungenutzt lassen, das wäre dämlich. Wir müssen jede Gelegenheit beim Schopf ergreifen und so viel machen, wie wir nur können. Irgendwas wird sich dann schon ergeben und bis dahin antworten wir weiter mit „Ja“. Wir sind dieses Ja-Sagen mittlerweile so gewohnt, dass wir ganz vergessen, dass wir auch „Nein“ sagen könnten, ja das wir die meiste Zeit „Nein“ sagen müssten.

„Nein ich mach’ jetzt nichts. Ich bleibe einfach sitzen und genieße den Moment! Auch wenn die Welt um mich im Chaos versinkt und die Menschen wie kopflose Hühner herumlaufen – mir egal, ich lass’ mir nicht einreden, dass ich mit mir selbst unzufrieden sein muss und unbedingt mehr brauche. Ich sage Nein und versuche nicht tausend Dinge auf einmal zu machen, sondern konzentriere mich auf die wirklich wichtigen Sachen. Und wenn ich noch nicht weiß, was wirklich wichtig ist, dann konzentriere ich mich darauf, das herauszufinden, auch wenn ich unruhig werde und in Gedanken immer schon einen Schritt weiter bin. Ich atme ein, lebe im Hier und Jetzt und nicht in Gedanken in meiner Zukunft.“

Ziele sind Illusionen und die Gegenwart ist alles was wir haben. Ich will nicht den Großteil meines Lebens damit verbringen, mir über irgendeine Zukunft Gedanken zu machen, die ohnehin nicht so aussehen wird, wie ich mir das vorstelle. Ich will mein Leben nicht auf später verschieben, weil ich jetzt irgendwelchen Fantasiezielen hinterherlaufen muss und dann mit 60 oder 70 aufwachen und mir anfangen über die Vergangenheit Gedanken zu machen und von der guten, alten Zeit zu schwärmen.

Ich will weniger tun und mehr schaffen. Ich kenne die Aktivitätsfalle, in der man sitzt und ständig etwas unternimmt und macht und trotzdem nicht wirklich etwas schafft. Ich entschließe mich dazu, absichtlich „Nein“ zu sagen, weil ich weiß, dass ich mehr schaffe, wenn ich mich auf das konzentriere, was ich tue und nicht 5 Dinge auf einmal mache, nur um mich produktiv und wertvoll zu fühlen.

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Bisher 3 Kommentare

  1. Bianca K22. März 2012

    Du sprichst mir aus der Seele. Danke für diesen Artikel!

  2. Johannes23. März 2012

    „lerne, dinge ganz zu machen, oder ganz zu lassen“

    und wenns mal heißt nichts zu „machen“ :-)

  3. Stefan29. März 2012

    Danke Johannes, den Spruch merk’ ich mir :)

Du hast eine Meinung dazu? Wir freuen uns :)

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