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Sag „Nein“ zu Freunden

von Stefan Rössler am 2. März 2012

4 Kommentare zuletzt von Stefan

„Du hast ja Photoshop, oder?“, so oder so ähnlich fängt es an. Viele von uns waren bereits in der Situation, dass sie von Freunden und Bekannten gefragt wurden, ob sie nicht einen kleinen Auftrag für sie machen möchten. Das Wort Auftrag ist kursiv geschrieben, weil es dafür natürlich einen Freundschaftspreis gibt und auch Deadlines nicht sooo ernst genommen werden wie bei echten Aufträgen.

Ich fange jetzt nicht an von persönlichen Erfahrungen zu berichten, sondern sage gleich, wie ich heute mit dieser Art von Anfragen umgehe. Ich Antworte mit „Nein“. Es kommt wie aus der Pistole geschossen. Die Standard-Antwort auf Anfragen von Freunden und Bekannten ist ein freundliches aber nicht entschuldigendes „Nein“. Warum?

Dienstleistungen für andere anzubieten ist bereits schwierig genug und die meisten Projekte gelingen deshalb, weil man einen zeitlichen und finanziellen Rahmen definiert und innerhalb dieser Grenzen arbeitet. Bei Projekten für Freunden wird bereits von Anfang an der Fehler gemacht, diese Grenzen nicht klar zu vereinbaren – man ist ja befreundet und kann sich das schon irgendwie ausreden.

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In Realität kommt es vor, dass man Projekte für Kunden hat, die den Großteil vom Geld bringen und deshalb natürlich wichtiger sind, als die kleinen Arbeiten für Freunde. Außerdem kann man Freunden schnell einmal erklären, dass es doch länger dauern wird als vereinbart. Es handelt sich ja eher vom einen Freundschaftsdienst als um einen ernst zu nehmenden Auftrag.

Man beginnt also Arbeiten zu verschieben, sagt in der Zwischenzeit ja zu anderen Projektanfragen – von Freunden und echten Auftraggebern – und macht damit weiter, Termine zu verschieben und wartet auf einen ruhigen Moment, in dem man alles nachholen kann. Im schlimmsten Fall beginnt man die Arbeit für den Freund am Abend bevor dieser Freund die Arbeit dringend braucht, nachdem man die Deadline bereits zum dritten Mal verschoben hat.

Dabei gibt es 2 große Probleme: (1) Die Wahrscheinlichkeit, dass man etwas hinpfuscht ist groß, weil man ohnehin zu wenig Geld bekommt und es ja von Anfang an kein echter Auftrag war und (2) beide Beteiligte sind unzufrieden. Man selbst ist unzufrieden, weil man auf die Schnelle etwas aus dem Ärmel schütteln musste und der Freund ist auch unzufrieden, weil er ewig lange auf etwas warten musste, dass ein bisschen hingepfuscht aussieht – vorallem wenn man bedenkt, dass die Deadline einige Male verschoben wurde.

Ein einfaches „Nein“ hätte das alles vermeiden können. Leider denkt man oft zu wenig nach und bringt den Mut nicht leicht zusammen, einem Freund zu sagen, dass er sich lieber einen Profi für diese Arbeit suchen sollte. Ich denke, dass man das aber (fast) immer machen sollte. Natürlich ist es einfacher „Ja“ zu sagen, man darf aber nicht vergessen, dass mit diesem „Ja“ aber auch eine Verantwortung übernimmt – egal ob Freundschaftsdienst oder Kundenauftrag.

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Bisher 4 Kommentare

  1. Tobias van Schneider2. März 2012

    Eure Themen haben immer mehr was von klassischem TalkShow Charakter :P

  2. Stefan Rössler2. März 2012

    Danke für die Blumen ;)

  3. Tobias van Schneider2. März 2012

    Hey, is nur nett gemeint :) Immerhin les ich, unterhaltsam ist es allemal!

  4. Stefan5. März 2012

    cool :)

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