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5 Wege um sein Leben zurück­zubekommen – Nr. 1: Früh aufstehen

von Stefan Rössler am 9. März 2012

2 Kommentare zuletzt von Peter Pagel

Dieser Artikel ist der 5. und letzte Teil einer Serie von Blog-Artikel mit dem Titel 5 Wege um sein Leben zurückzubekommen. Hier findest du die bisherigen Artikel:

In meiner Zeit in der HAK habe ich etwas über mich selbst gelernt: Meine größte Leistungsfähigkeit habe ich mitten in der Nacht. Egal ob das Lernen für Tests oder das Vorbereiten einer Abgabe – ich habe damit meistens ca. um 10 Uhr in der Nacht begonnen und einfach bis in der Früh durchgemacht, bin danach direkt in die Schule und habe entweder den Test geschrieben oder die Arbeit abgegeben. Danach bin ich gleich wieder nach Hause gefahren und schlafen gegangen. Sogar meine Matura habe ich auf diese Weise gemacht.

Nachdem wir uns als Simplease selbstständig gemacht hatten, war ich froh, mir meine Arbeitszeiten selbst einteilen zu können. Ich war davon überzeugt, ein Nachtmensch zu sein und habe weiterhin die letzte Nacht vor Abgaben dazu genutzt, den Großteil meiner Arbeit zu erledigen. Dann kam aber der Punkt an dem ich realisierte, dass ich einen großen Teil meiner Zeit in Quadrant I verbringe und immer gestresst war, wenn etwas fertig werden musste. Ich wusste, dass ich so nicht weiter machen konnte, wenn ich meine geistige und körperliche Gesundheit für die nächsten Jahre behalten wollte.

Das erste was ich änderte, war meine Einstellung zu Deadlines. Ich war immer gut darin, Deadlines einzuhalten, konnte es aber nicht bewerkstelligen, meine Arbeiten einen oder mehrere Tage vor einer Deadline fertig zu bringen. Es gab eine Zeit in der ich das sogar lachhaft gefunden hätte und stolz darauf war, ein Deadline-Junkie zu sein. Meine Methode der Nachtarbeit war aber nicht zu gebrauchen, um Arbeiten früher als geplant fertig zu bekommen, weil es schon wirklich brennen musste, damit ich mich überwinden konnte, einen Durchmacher zu haben. Ich brauchte also einen neuen Weg, um meine Arbeit zu machen – oder besser gesagt, ich brauchte eine neue Uhrzeit.

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Wenn ich über die Vorteile der Nachtarbeit nachdenke, dann wiegt ein Vorteil mehr als alle anderen: In der Nacht ist es ruhig. Niemand kommt ins Zimmer und will etwas von Einem, das Telefon läutet nicht und es kommen keine E-Mails. Wenn die Welt draußen schlafen geht, kann man endlich in Ruhe arbeiten. Man muss aber nicht bis spät in die Nacht warten, um diese Ruhe zu erleben. Dieselben Bedingungen findet man auch früh am Morgen, wenn die Welt draußen noch schläft. Das ist also meine Alternative dazu eine Nacht durchzuarbeiten – einfach jeden Morgen etwas früher aufstehen. Und das ist auch die effektivste Methode um sein Leben zurück zu bekommen.

Was ist der Unterschied zwischen früh aufstehen und die Nacht durchmachen? Wenn ich die Nacht durchmachte, um meine Arbeit fertig zu bringen, dann immer weil ich in dieser Nacht fertig werden musste. Die Konsequenz daraus war Stress. Im Unterschied dazu bedeutet früh aufstehen, dass ich verschiedene Möglichkeiten habe, meinen Tag zu gestalten. Ich kann sofort mit der wichtigsten Aufgabe des Tages beginnen und habe es selbst in der Hand, welche Sachen ich wann erledige. Im Unterschied zum Durchmacher kann man sich früh aufstehen angewöhnen und täglich wiederholen. Auf diese Weise beginnt jeder einzelne Tag damit, dass man eine Menge Zeit hat und selbst entscheiden kann, was heute wichtig ist und woran man arbeiten möchte.

Wir haben uns angewöhnt, dass wir uns jeden Tag ca. um 9 Uhr im Büro treffen. Bis vor kurzem habe ich meistens bis halb 9 geschlafen bin ca. 15 bis 30 Minuten „zu spät“ gekommen und war dann im Büro, um mit den Anderen auszureden, was wir heute machen werden. Vor 10 am Vormittag hatte ich meistens noch keine Ahnung, was der Tag bringen wird und hatte außer Zähneputzen und Kaffeetrinken noch nichts Erwähnenswertes geschafft. In den letzten Wochen habe ich dann versucht früher aufzustehen und den Morgen zu nutzen, um ein bisschen Zeit für mich zu haben, bevor der eigentliche Arbeitstag beginnt. Zuerst bin ich um 8 aufgestanden, dann um halb 8 und im Moment stehe ich jeden Tag um 6 Uhr in der Früh auf. Das heißt ich habe 3 Stunden Zeit bevor ich im Büro bin – und das jeden Tag.

Wenn ich 5 Mal die Woche um 6 Uhr aufstehe, gewinne ich auf die ganze Woche gesehen ca. 15 Stunden. Den täglichen Weg zur Arbeit abgezogen, bleiben mir ca. 12 bis 13 Stunden. Das sind grob gerechnet 2 durchgemachte Nächte pro Woche. Der Unterschied ist nur, dass ich während dieser Stunden nicht gestresst bin, sondern alle Zeit der Welt habe und selbst entscheide woran ich arbeiten möchte. Ich kann jeden Morgen ein wenig Sport machen, einen Blog-Artikel schreiben, ein paar persönliche Dinge erledigen und habe zu dem Zeitpunkt, an dem ich im Büro ankomme, bereits alles Wichtige für den heutigen Tag geschafft.

Sollte also etwas Unvorhersehbares passieren, dann passiert es. Es gibt nichts, was mich aus der Ruhe bringen könnte, weil ich meinen Tag in dem Bewusstsein beginne, dass ich selbst entscheide was ich tue und was nicht. Ich habe mein Leben selbt im Griff und nicht umgekehrt. Stressige Momente gibt es immer weniger und wenn ich um 15 oder 16 Uhr nach Hause komme, habe ich Zeit für mein wirkliches Leben und kann die Arbeit Arbeit sein lassen.

Wie man diese Ideen in seinen Alltag integrieren kann:

  • Jeden Tag versuchen ein bisschen früher aufzustehen
  • In der Früh damit beginnen, sich 1 bis 3 Dinge für den heutigen Tag vorzunehmen
  • Sofort mit der Erledigung eines dieser Dinge beginnen (davor keine E-Mails, kein Facebook usw.)
  • In Zukunft bereits am Vorabend aufschreiben, was man morgen früh schaffen möchte
  • Den Morgen für wichtige und nicht dringende Aktivitäten wie Sport und Lesen verwenden
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Bisher 3 Kommentare

  1. Pingback Meine Morgenroutine | Simplease Blog21. März 2012

    […] addthis_share = [];}Seit einigen Wochen habe ich mir eine Morgenroutine angewöhnt. Ich stehe früher auf, versuche gleich in der Früh etwas Wichtiges zu erledigen und mache jeden Morgen ein wenig Sport. […]

  2. Hannelore2. Februar 2013

    Genau das versuche ich auch gerade. Nachts bin ich zwar munter, aber völlig unkonzentriert, und mache dann doch eher belanglose Sachen wie surfen und andere Blogs lesen. Ist ja auch nicht verkehrt, aber selber den eigenen Blog weitermachen, das klappt irgentwie nicht. So habe ich mir auch vorgenommen, und es hat auch schon ein paar mal geklappt,früh vor der Arbeit die wichtigen Dinge zu machen. Da sitze ich aber auch oft rum, und weiss nicht, wie anfangen. Deshalb mache ich mir abends immer ein Wordpad-Dokument, und speichere es dick auf dem Desktop. Da steht dann ganz groß, was zu machen ist, und bevor ich etwas anderes mache, wird das erst abgearbeitet. Klappt leider noch nicht immer, aber immer öfter schon mal. Daran sieht man aber: Die erfolgreichsten Menschen erreichen ihre Ziele nur durch eine konsequente Einstellung, sich auf das Wichtigste zu konzentrieren. Und das können 97% aller Erdenbürger leider nicht.

  3. Peter Pagel21. Februar 2015

    Ich habe ein ähnliches Konzept in den Büchern von Steve Scott wiederfinden können. Er beschreibt es so, dass Gewohnheiten das Wichtigste sind. Wenn man daran gewöhnt ist, früh morgens für und an sich zu arbeiten, kann man etwas erreichen. Wenn man nur daran gewöhnt ist, groggy Kaffee zu schlürfen und zur Arbeit zu hetzen, kommt nichts dabei rum.

    Deshalb: die Morgenstunden zur Selbstverbesserung nutzen.

Du hast eine Meinung dazu? Wir freuen uns :)

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