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Im Simplease-Blog schreiben wir über Design, Web-Entwicklung und unser Leben als Selbstständige.

Weniger, aber besser

von Stefan Rössler am 15. Dezember 2011

Es gibt zwei Fragen, die man sich bei jeder Design-Entscheidung stellen kann. Die eine Frage lautet „warum nicht?“, die andere „warum eigentlich?“. Bei der ersten Frage, sagt man standardmässig zu allem Ja, bei der zweiten braucht man erst einen wirklichen Grund um etwas zu machen.

Ich denke dabei an Dieter Rams – weniger, aber besser. Leute die dazu neigen, ständig zu fragen „warum nicht?“, machen am Ende viel zu viele Dinge auf einmal und tun sich damit selbst und ihrer Arbeit keinen Gefallen. Leute die fragen, „warum eigentlich?“ machen nur wenige Dinge, weil sie standardmässig alles in Frage stellen. Wenn sie etwas machen, machen sie es dafür richtig.

Ein Beispiel ist die Gestaltung einer Webseite. Es gibt Webdesigner, die ihren Kunden von allen möglichen Spielereien erzählen, über Twitter- und Facebook-Anbindungen philosophieren und erklären, was technisch alles machbar wäre. Ihre Frage lautet „warum nicht?“, und wenn ihre Kunden dieselbe Einstellung haben, kommt am Ende eine Webseite heraus, die man sich wie dieses schweizer Taschenmesser vorstellen kann. Leider neigen viele Menschen dazu, Dinge zu machen, nur weil sie es können. Es ist möglich, also sollten wir es auch tun. Einige scheinen so von technischen Möglichkeiten und Gadgets fasziniert zu sein, dass sie vollkommen vergessen, warum sie etwas überhaupt tun.

Als Designer sollten wir ständig fragen „warum eigentlich?“ und nichts ohne Grund machen. Wer sich schon einmal die Arbeiten von Dieter Rams angesehen hat, wird erkennen, dass hier alles einen Grund hat. Die Form der Geräte, das Layout der Knöpfe und die Relationen der einzelnen Elemente – nichts wurde hierbei dem Zufall überlassen.

Die Arbeiten von Dieter Rams sehen nach über 50 Jahren noch immer modern aus. Möglich ist dieses zeitlose Design nur, wenn man damit aufhört, alles zu machen, was möglich ist und beginnt, bei jeder einzelnen Design-Entscheidung zu fragen „warum eigentlich?“. Das Ergebnis ist so wenig Design wie möglich und das sollte immer das Ziel eines Designers sein.

A designer knows he has achieved perfection not when there is nothing left to add, but when there is nothing left to take away.Antoine de Saint-Exupery
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Bisher 1 Kommentar

  1. Pingback Design ist Kommunikation | Simplease Blog17. Dezember 2011

    […] Auch die Kontraste der vertikalen Linien ergeben Sinn. Stunden sind stärker hervorgehoben, als halbe Stunden. Halbe Stunden sind wiederum stärker hervorgehoben, als 10 Minuten. Jedes noch so kleine Detail sieht genauso aus, wie es aussieht, weil es so am meisten Sinn ergibt. 100% Kommunikation, 0% Dekoration – das ist perfektes Design. […]

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