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Im Simplease-Blog schreiben wir über Design, Web-Entwicklung und unser Leben als Selbstständige.

Das perfekte Praktikum für Informations-Designer?

von Stefan Rössler am 4. Dezember 2011

7 Kommentare zuletzt von Stefan

Das typische Praktikum ist Zeitverschwendung. Entweder verschwenden Praktikanten ihre Zeit damit, Bilder in Photoshop freizustellen oder Arbeitgeber verschwenden ihre Zeit damit, Arbeit zu erfinden um ihre Praktikanten zu beschäftigen.

Ich weiß, dass diese Sichtweise einseitig ist und manche Praktika einmalige Erfahrungen sind, die großen Einfluss auf unser zukünftiges (Arbeits-)Leben nehmen können. Das ist auch super. Die Frage lautet, wie kann so ein Praktikum aussehen? Und was können Praktikanten und Arbeitgeber tun, um ein perfektes Praktikum zu erleben?

Unsere Geschichte

Wir haben gerade das Glück, dass Studenten und Studentinnen bei uns um Praktikumsplätze anfragen. Das Lustige daran ist, dass wir vor gut 2 Jahren in der selben Situation waren und damals kurzerhand ein Praktikum in unserem eigenen Unternehmen gemacht haben. Die Unterstützung unseres Studiengangsleiters, Karl Stocker, machte es möglich.

In dieser Zeit haben wir einiges über unsere Arbeit gelernt (unser Handwerk) und wie wir damit Geld verdienen können (unser Geschäft). Für uns war es das perfekte Praktikum. Wir haben außerdem gelernt, was den Unterschied zwischen einem großartigen und einem sinnlosen Praktikum ausmacht: Die Möglichkeit selbstbestimmt zu arbeiten.

Was wir machen wollen

Wir wollen den Leuten ein Praktikum bieten, dass selbstbestimmtes Arbeiten unterstützt. Wir wollen über das gewöhnliche Praktikum hinausgehen und niemanden zwingen 8 Stunden täglich für 5 Tage die Woche bei uns im Büro zu sitzen. Vor allem aber wollen wir uns nicht dabei erwischen, wie wir Fantasie-Arbeiten zur Beschäftigungstherapie erfinden.

Was wir genau machen, wissen wir noch nicht. Was wir mit Sicherheit sagen können ist, dass wir keine gewöhnlichen Praktikumsplätze vergeben wollen – deshalb auch dieser Blog-Artikel. Bevor wir eine sinnvolle Lösung für dieses „Problem“ finden können, müssen wir wissen, was sich ein Student oder eine Studentin von einem Praktikum erwartet.

Wie ihr uns helfen könnt

Es geht uns nicht um konkrete Lösungsvorschläge, sondern darum, eure Ziele zu kennen. Was erwartet ihr euch von einem Praktikum? Wollt ihr Erfahrung sammeln? Wenn ja, wobei genau? Wollt ihr Feedback zu eurer Arbeit bekommen? Wollt ihr vielleicht einfach sehen, wie es in einer „normalen“ Firma abläuft?

Bitte sagt uns, was ihr euch von einem perfekten Praktikum erwartet. Auch wenn ihr kein Interesse daran habt, ein Praktikum bei uns zu machen, bitten wir euch, eure Gedanken und Ideen mitzuteilen. Vielleicht liest es ja jemand, der Praktikumsplätze zu vergeben hat, die euch mehr interessieren.

Lasst uns das Thema herunterbrechen und vergessen wir kurz, wie das standardmässige Praktikum aussieht. Es hat nichts mit uns zu tun. Wir machen das besser.

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Bisher 8 Kommentare

  1. Matthias5. Dezember 2011

    Was mir bei meinem Praktikum damals gefehlt hat, war ganz klar der Blick hinter die Kulissen. Woher kamen die Kunden, wie schaut ein Angebot aus, wann lohnt es sich nach Stunden abzurechnen wann nicht, wie hat alles angefangen, wie kann/soll ich starten, allgemeine Tipps & Tricks, …

  2. Konny5. Dezember 2011

    Meiner Meinung nach gibt es drei Gründe für ein Praktikum. 1. In den Arbeitsalltag hinein kommen, 2. Sehen ob diese Berufsrichtung die richtige für mich ist, und 3. Wenn ja wie lauft das alles ab. Ich hatte damals ein super Praktikum Bei einer Usability Firma, weil die Chefs mir Aufgaben in den verschiedensten Bereichen gegeben haben, ich immer wusste was zu tun ist und bei allen Arbeitsschritten dabei war. Am lehrreichsten war es zu sehen wie die Kommunikation zwischen Kunden und der Firma abläuft, wie man sich dabei verhält, was man beachten muss etc. Auch von bereits laufenden Projekten wurde mir erklärt warum man was wie machte. Die ersten Schritte eines Projekts sind im Praktikum die lehrreichsten, das umsetzen der Ideen ist eigentlich nur übungssache. Und wenn es nicht notwendig war die Arbeit im Büro zu erledigen, hatte ich auch die Möglichkeit von zuhause aus zu arbeiten. Sollte aber nicht öfter als einmal pro Woche sein, da man sonst nicht wirklich in den Arbeitsalltag hinein kommt. Außerdem ist Gleitzeit sinnvoll, da es Der selbstständigkeit hilft:)

  3. Julian5. Dezember 2011

    Für mich bedeutet ein Praktikum schon eine Festanstellung. Natürlich kann es auch ein projektorientiertes Skirmish sein, man muss allerdings trotzdem mit Leuten zusammenarbeiten können, die sich auskennen. Freiheiten und kreative Auslebungsmöglichkeit sind sicher wichtig, vorallem im späteren Berufsleben, aber im Praktikum will ich an erster Stelle lernen: Lernen, wie es Leute machen, die das schon länger machen. Lernen, wie ich diese Arbeit effektiver oder überhaupt machen kann. Lernen, was es für Techniken es gibt und wo man sie WIRKLICH einsetzen kann. Leider ist es für kleine Firmen oft schwierig, solche Ressourcen zu Verfügung zu stellen; ist ja auch verständlich. Ich denke aber auch, dass Praktikanten oft sehr viele „neue“ Denkweisen einbringen, die man für alle möglichen Dinge benutzen kann. Z.B die Verbesserung der Infrastruktur (Kundengespräche, Programmscripts, Überarbeitung der Website). So werden Praktikanten eine wertvolle Verbindung zur Jetztzeit (wenn man die richtigen erwischt hat vorrausgesetzt). Das wird bei euch natürlich kein Hauptziel sein, weil ihr ja selbst noch die Jetztzeit seid, aber vielleicht, wenn ihr mal älter werdet ;) Ein Praktikum ist auch eine tolle Möglichtkeit, sich mit einer Sache mal länger als 1:30h pro Woche zu beschäftigen. Das alleine reicht oft schon für interlektuellen Durchbruch. :)

    lG Julian

  4. Sarah Maria Schmidt6. Dezember 2011

    Praktikum. ja warum eigentlich? Ich will lernen, einfach sehen, wie’s eben so abläuft. Dort und da. Und nach dem Sehen kommt alles andere ins Spiel. Mitreden. Mitarbeiten. Etwas schaffen, wo ich später drauf stolz sein kann. Meine Gedanken loswerden und Ideen einbringen. Mitglied sein. Einer großen oder kleinen Familie. Dazugehören. Für eine bestimmte Zeit lang. Also auch eine gewisse Verantwortung tragen und nicht nur die kleine nette Praktikantin sein, die das erledigt, was einfach sonst niemand machen will.

    Es muss eine Aufgabe sein und auch ein wenig Herausforderung mit einer Prise Nervenkitzel. Das ist die nötige Würze, die so ein Praktikum schmackhaft macht.

  5. Zozek10. Dezember 2011

    Kommt natürlich drauf an, in welche richtung man sich fachlich bewegen will bzw. welchen schwerpunkt man sich im studium gesetzt hat. generell galt/gilt für mich:

    • so viel wie möglich über abläufe und prozesse lernen
    • innovative projekte
    • fähigkeiten trainieren und experimentieren
    • einblicke in „märkte“ und zielgruppen bekommen
    • leute kennen lernen
    • spaß haben und eine begeisterung :)

    einige dinge ich gelernt habe:

    ich kanner nicht für KDler sprechern, aber für IXDler gilt:

    „Good product teams must be good at product discovery, which means they must get good at learning quickly. They need to be able to zero in on the appropriate target customer, identify the key problems to solve for those customers, and typically the most difficult part of all, apply technology and user experience design to come up with good solutions that will solve those problems.“

    demnach ist für angehende interaction designer folgende fähigkeiten wichtig:

    • discovery, discovery und noch mehr discovery
    • validation
    • delivery

    hier noch ein paar links, die ich ganz cool fand: http://blogs.hbr.org/glickman/2011/07/nobody-has-time-for-interns.html

    und

    http://www.fastcompany.com/1779120/embargo-1027-why-digital-talent-doesn-t-want-to-work-at-your-company

    beste grüße aus berlin nach graz, vlt. sieht man sich ja wiedermal :) zozek

  6. Matthias12. Dezember 2011

    Das wichtigste für mich ist wohl immer gewesen, dass ich was zu tun hatte. Nichts ärgerte mich mehr, als still im Büro sitzen und nur für Tätigkeiten wie „informieren“, „Recherche machen“ usw bezahlt zu werden. Gibt es mal keine Arbeit, kann man doch auch den Praktikanten zu sich holen und ihm zeigen, wie man die Arbeit, die man nicht abtreten kann, erledigt. Das mal so zum Wichtigsten. Darüber hinaus wäre es dann noch cool, wenn man erfährt wie die Kundenkommunikation funktioniert, wie man (in eurem Fall) etwas programmiert und gestaltet, …

  7. Stefan13. Dezember 2011

    Danke an alle, für die vielen Hinweise. Wir haben auch noch einige Ideen per E-Mail bekommen und werden diese Woche wieder über das Thema „Praktikum“ sprechen. Mal schauen, zu welchen Schlüssen wir dabei kommen. Wir werden euch auf jeden Fall am Laufenden halten.

    Danke noch einmal an alle für ihre persönlichen Geschichten. Das hilft uns sehr dabei, das eigentliche Problem zu verstehen, um dann an einer Lösung dafür arbeiten zu können.

  8. Pingback Das perfekte Praktikum – Zwischenbericht | Simplease Blog15. Dezember 2011

    […] haben vor kurzem gefragt, was ihr euch von einem perfekten Praktikum erwartet. Danke noch einmal an alle, die uns ihre Erfahrungen geschildert haben und uns bei unserem Vorhaben […]

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