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Vorsicht vor den „Kreativen“

von Stefan Rössler am 5. Oktober 2011

10 Kommentare zuletzt von peter

Mir fällt auf, dass man immer öfter auf Kreative trifft, die sich selbst als „kreativ“ bezeichnen. Ist das nicht ein Widerspruch in sich? Ich meine, wie kreativ ist es schon, zu sagen, man sei kreativ? Ist das nicht ganz schön phantasielos für einen Kreativen?

Naja, eigentlich egal. Blöd nur, dass die Kreativ-Szene voll ist von „Kreativen“, und es ein schlechtes Licht auf uns alle wirft, wenn wir unseren zukünftigen Auftraggebern so offen zeigen, wie geist- und ideenlos wir sind.

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Bisher 13 Kommentare

  1. Philipp Rudler6. Oktober 2011

    Ich finde nicht, dass es verwerflich ist. Es kommt immer darauf an, wer einem gegenüber steht.

    Entscheidungsträger haben häufig keine Ahnung was ein Motion Designer, ein Creative Director oder ein Art Director unterscheidet.

    Ganz zu schweigen von der Verwandtschaft.

  2. Tobias van Schneider6. Oktober 2011

    Sich als „kreativen“ zu bezeichnen hat durchaus einen Sinn, auch wenn er mir selbstverständlich nicht unbedingt gefällt. Sehe das wie Philipp Rudler, absolut nicht verwerflich.

    Deine Denkweise kommt nicht von ungefähr, sondern vielmehr daher dass du dich selber in dieser Blase befindest, und deshalb scheint es sich auch zu stören. (wahrscheinlich der selbe Grund, wieso ich mich auch unwohl dabei fühle mich als solcher zu definieren)

    Techniker tun das selbe, egal welche Techniker es sind. Es trifft auch auf die Künstler zu. Kreativer zu sein, beschreibt in diesem Fall die ungefähren Eigenschaften des Arbeitsfelds, und hilft somit all jenen (wie Mr. Rudler bereits schrieb) ein Bild davon zu bekommen, ohne dass sich sich innerhalb der Blase von Art Directoren oder Motion Designern befinden)

  3. Philipp Rudler6. Oktober 2011

    Word.

  4. Stefan6. Oktober 2011

    Das stimmt. Der Job-Titel Creative Director hat natürlich seine Berechtigung in einer Welt voller englischer Job-Titel. Vor allem innerhalb der Szene ist diese Beschreibung sehr hilfreich, um sich ein Bild der Aufgabengebiete machen zu können – z.B. bei freien Stellen. Job-Titel müssen auch nicht kreativ sein, und natürlich gibt es auch nichts Verwerfliches daran – sagt auch niemand.

    Lustig finde ich nur Agenturen, die sich selbst als „kreativ“ bezeichnen. Designer die sagen, sie würden kreative Lösungen finden, wo doch die Aussage, man würde kreative Lösungen finden, genau das Gegenteil einer kreativen Lösung ist.

    Zum Thema Verwandtschaft: Meistens sage ich nur, dass wir viel mit Computern arbeiten und Homepages machen (das Wort Website kennen bei weitem nicht alle).

  5. Gerulf6. Oktober 2011

    Zu sagen man ist kreativ, ist ja an sich nicht verwerflich auch wenn es immer diesen übermässig blind-eitlen Beigeschmack hat.

    Wenn ich aber als jemand aus dem (groben) Bereich Design nach aussen hin das Wort ‘kreativ’ benutze ist das witzlos. Produzier ich, oder nicht? Hab ich Lösungen am Start oder drück ich allem nur das Label ‘kreativ’ auf? Leider ist das Zweitere zum Standard geworden. Vor allem hier, in da Ciddy.

    Aso und für Verwandte und Bekannte mach ich „Grafik“ und „kenn mich mit Photoshop aus“.

  6. Thomas Thurner9. Oktober 2011

    Die Kreativen sind auch die Jungen, die Dynamischen und die Innovativen.

    Ich finde Stefan trifft auf jeden Fall einen guten Punkt, und wie Gerulf sagt Design ≠ Kreativ. Was bedeutet überhaupt kreativ? Wenn ich im Lexikon nachlese hat das gar nix mit unserem Beruf zu tun.

    Design, egal ob Motion, Interface, Web oder sonst was ist in erster Linie ein Handwerk - wie das eines Tischlers. Der Ablauf ist der gleiche - der Kunde wünscht sich ein Werkstück, gibt mehr oder weniger genaue Spezifikationen an und der Designer (sowie der Tischler) benutzt sein Handwerkskönnen um das erforderte umzusetzen.

    Was hierbei kreativ ist? gar nix.

    Kreativ ist man, wenn man es vermag, komplexe Problemstellungen mit wenig/intelligenten Mitteln zu lösen. Das ist aber in jeder Berufssparte gleich. Der Motiondesigner kann kreative Ideen und Lösungen finden ein Produkt auf gewisse Weise in Szene zu setzen, jedoch kann auch ein Eisverkäufer eine kreative Lösung finden sein Eis zu verkaufen und die Kindergärtnerin kann eine kreative Lösung finden wie die Kids brav bleiben.

    Für mich ist der Titel „Kreativer“ deswegen falsch und viel mehr eine Plakette die man sich anheftet um den Marktwert der Kreativwirtschaft (welch merkwürdige Bezeichnung) zu steigern.

    Sich als Kreativen zu bezeichnen ist auch nicht „verwerflich“, sondern ist meiner Meinung nach nicht zielführend.

  7. Philipp Rudler9. Oktober 2011

    Guten Morgen.

    Ich habe alle Folgekommentare aufmerksam gelesen, möchte dazu aber nichts mehr sagen. So wichtig ist es mir nun auch nicht.

    Im Grunde müssen wir einfach schauen, dass wir uns die Miete bezahlen können und etwas machen, dass uns Spass macht, right?

    Also, nichts für Ungut!

    bis bald in Graz, phil

  8. Thomas Thurner9. Oktober 2011

    oi!

    Ja, da hast recht phil, vor allem muss sich eh jeder selbst zurechtfinden in dem was er macht. von dem her gibts auch kein richtig oder falsch, sondern jeder braucht halt etwas, dass für ihn persönlich funktioniert.

    ist nur schön darüber zu sprechen welche Zugänge die Leute haben :)

    cheerio tom

  9. Nils-Leo Nienstedt12. Oktober 2011

    Ich finde, dass Stefan Recht hat, den gestalterischen Professionen wird es nicht gerecht. Von verwerflich, habe ich im Post übrigens nichts gelesen. Vor allem habe ich gelesen: Irgendwie wirkt es unseriös, wenn ein Koch sagt er kann kochen. Warum nämlich, muss er diese Tatsache betonen? Aber einem Koch kann ich das verzeihen, der muss ja nicht mit Texten und verschachtelten Nachrichten arbeiten.

    Danke für den Post! Nils

  10. Pingback Im Klartext: Wir schreibt man Angebote für Kreativ-Dienstleistungen | Simplease Blog6. Januar 2012

    […] == "undefined"){ addthis_share = [];}Egal ob Designer, Texter oder Programmierer – als Kreative ein Angebot zu schreiben, stellt uns vor eine schwierige Aufgabe. Wir müssen unseren […]

  11. Pingback Arbeite an eigenen Projekten | Simplease Blog12. September 2012

    […] (typeof(addthis_share) == "undefined"){ addthis_share = [];}Die meisten von uns Kreativen arbeiten für Auftraggeber. Wir schreiben Angebote, entwickeln Projektpläne, halten […]

  12. peter24. Dezember 2012

    Die pingbacks finde ich besonders kreativ :-O

  13. Pingback Wir sind lustig | Simplease Blog11. Juli 2013

    […] etwas Wahres dran ist. Der hartarbeitende, ständig gestresste Typ, der sich selbst Designer, Kreativer oder Co-Founder nennt und für den nichts anderes als sein beruflicher Erfolg zu zählen scheint […]

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