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Eisbergmodell für Designer

von Stefan Rössler am 10. Oktober 2011

Eisbergmodell

Manche kennen diese Darstellung vermutlich noch aus ihrer Schulzeit. Es ist eine Metapher um das menschliche Bewusstsein zu beschreiben. Die Spitze des Eisbergs steht dabei für alles Bewusste, oder anders gesagt für das Sichtbare, das Ich. Alles was unter der Wasseroberfläche liegt, steht für das Unbewusste, das Unsichtbare, oder wie Freud es nannte, das Es.

Der aufmerksame Leser wird an meinen Hervorhebungen schon erkannt haben, worauf ich hinaus möchte: Es gibt denselben Eisberg auch für Design. Es gibt sichtbares und unsichtbares Design. Jakob Nielsen bezeichnet das unsichtbare Design auch als deep Design, was unserer Eisberg-Metapher ja recht gut entspricht.

Für viele Menschen ist Design untrennbar mit Aussehen verbunden. Wenn Zeitungen über das Design des iPhones sprechen, meinen sie damit die vielzitierten runden Ecken. Was sie dabei aber vollkommen vergessen, ist das was Design in Wahrheit noch alles ist:

Design is not just what it looks like and feels like. Design is how it works. Steve Jobs

Ich denke der Eisberg ist eine vielversprechende Darstellung, um das Zusammenspiel von Look & Feel und tiefem Design zu verdeutlichen. Bedenkt man, dass Design im Gegensatz zur Kunst nicht um seiner selbst Willen existiert, sondern immer eine Lösung für ein Problem darzustellen hat, so erkennt man, was sich unter der Wasseroberfläche befindet: Das Problem das durch Design gelöst wird.

Das ist auch der Grund warum ich an user-zentriertes Design glaube. Nur kurz: user-zentriertes Design ist ein schrecklich klingendes Modewort, das nichts weiter bedeutet, als dass ein Designer bevor er mit der Gestaltung beginnt, mit den Leuten spricht, die seine Lösung später verwenden werden. Man versucht also das Problem zu verstehen, bevor man eine Lösung dafür entwickelt.

It’s not that I’m so smart, it’s just that I stay with problems longer.Albert Einstein

Ich habe gelernt, dass mir die Arbeit am User Interface viel mehr Spaß macht, wenn ich genau weiß, welches Problem ich damit lösen muss. Früher, als ich noch dachte, Design wäre dasselbe wie Style, habe ich nichts weiter gemacht, als Photoshop-Tutorials selbst auszuprobieren und Verläufe und Texturen in meine Arbeiten einzubauen. Heute interessiert mich dieser Schnickschnack nicht mehr, und ich arbeite an echten Lösungen für echte Menschen.

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Bisher 3 Kommentare

  1. Pingback Interface-Design: Branding im 21. Jahrhundert | Simplease Blog8. November 2011

    […] dass sich Interface-Design darauf beschränkt, wie etwas aussieht. Was man sieht, ist nur die Spitze des Eisbergs – viel wichtiger ist das, was sich unter der Oberfläche verbirgt. Warum kann man auf Facebook […]

  2. Pingback Wie wir Design-Probleme lösen | Simplease Blog14. November 2011

    […] klein ist und die Farbkombination der Lesbarkeit nicht gerade zuträglich sein dürfte, gibt es ein tieferes Problem mit dieser […]

  3. Pingback Lorem Ipsum muss sterben | Simplease Blog30. November 2011

    […] Artikel wie Eisbergmodell für Designer oder Ein Bild sagt mehr als tausend Worte gelesen hat, weiß bereits auf was ich hinaus will: […]

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