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Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

von Stefan Rössler am 19. Oktober 2011

Manche denken beim Begriff User-Interface an Dinge wie Icons oder Grafik-Design. Während es stimmt, dass viele User-Interfaces auch Icons verwenden, funktionieren Seiten wie Google, Amazon oder Facebook nur deshalb, weil sie großteils aus Text bestehen. Sprache ist und bleibt die klarste Form menschlicher Kommunikation.

Icons sind nichts anderes als Bilder, und das ist ihre größte Schwäche: Sie haben meistens mehrere Bedeutungen. Ein Beispiel, das mir einfällt ist ein Icon, das den Stamm eines Baumes zeigt, und für den Begriff „Stammdaten“ stehen soll. Dieses Beispiel ist übrigens nicht erfunden, sondern stammt aus einem FH-Projekt, bei dem wir damals Icons für eine Kundenverwaltungs-Software entwerfen mussten.

Einmal davon abgesehen, dass Stammdaten auf englisch als „master data“ bezeichnet werden, ergeben sich weitere Probleme, wenn man bei der Gestaltung eines User Interfaces nur auf grafische Elemente setzt. Wenn man für jede Aktion, die ein Benutzer durchführen kann, ein eigenes Icon erstellt, ist es möglich, alle Icons in einer Symbolleiste anzuzeigen. Das geschieht dann meist mit der guten Absicht, dem Benutzer alle Aktionen auf einmal zugänglich zu machen. Doch wie in einem anderen Artikel bereits beschrieben, ist genau diese Vielfalt an Auswahlmöglichkeiten kein Vorteil, sondern ein Nachteil.

Menschen die eine Website oder eine Software verwenden, wollen immer ein bestimmtes Ziel erreichen. Ein Ziel wäre z.B. online für eine freie Stelle zu bewerben. Wenn jemand seine Bewerbung fertig gemacht hat, und sie nur noch abschicken möchte, wird ihm ein Icon, das ein Blatt Papier mit einem grünen Pfeil zeigt, nicht viel sagen. Er sucht am Bildschirm nach den Wörtern „Bewerbung“ und „abschicken“.

Deshalb sind Icons nur eine zusätzliche Hilfe, und dienen vor allem dazu, manche Elemente wichtiger zu machen als andere. User-Interface Design ist mehr als Grafik-Design. Es spielt eine Rolle, ob auf dem Button „Bestätigen“, „Ausführen“ oder „Bestellung abschicken“ steht. Es ist die Aufgabe des User-Interface Designers diese Entscheidungen nicht dem Zufall zu überlassen, und zu erkennen, dass gute und verständliche User-Interfaces geschrieben werden.

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Bisher 1 Kommentar

  1. Pingback Lorem Ipsum muss sterben | Simplease Blog30. November 2011

    […] Artikel wie Eisbergmodell für Designer oder Ein Bild sagt mehr als tausend Worte gelesen hat, weiß bereits auf was ich hinaus will: Design ist mehr als schöne Bilder. Designer, […]

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