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Software, die gut in der Hand liegt

von Stefan Rössler am 29. August 2011

Das ist das Wenger Schweizer Offiziersmesser. Es ist ein Sammlerstück, steht im Guinness-Buch der Rekorde und verfügt über 87 Werkzeuge mit 141 Funktionen. Hört sich praktisch an, aber ob das auch gut in der Hand liegt?

Ich denke, genau so würden auch Programme wie Word oder Photoshop aussehen, wenn sie wirklich existieren würden. Dutzende von Funktionen, die hinter irgendwelchen Dropdown-Listen und Untermenüs versteckt sind, und die man ewig lange suchen kann.

Vor einigen Monaten konnte ich beobachten, wie jemand in Word ein Angebot schreiben wollte. Was ich so mitgekriegt habe, kann man jetzt via Word seinen Blog betreuen und die gesamte Benutzeroberfläche selbst zusammenstellen. Es gibt nur eine Sache, die wir auch nach 15 Minuten Herumprobieren nicht herausgefunden haben: Wie kann man die Seitenränder anpassen?

Word ist ein super Beispiel dafür, dass viele Funktionen nicht immer gut sind. Natürlich kann man sich jetzt sein eigenes Interface zusammenstellen und nur die Funktionen anzeigen, die man auch braucht, aber will das jemand? Wenn ich schreibe, will ich nicht erst die Software konfigurieren, um einfache Dinge wie die Seitenränder meines Dokuments einstellen zu können.

Es ist die Aufgabe des Interface-Designers, zu entscheiden, was wichtig ist und was nicht. Ein guter Designer trifft diese Entscheidungen erst, wenn er mit den Menschen gesprochen hat, die seine Software verwenden werden. Diese Gespräche sind die Grundlage für einfache und benutzerfreundliche Software.

Experten sagen dazu Software-Ergonomie oder Usability Engineering, und sprechen von Arbeit hin zu leicht verständlicher und schnell benutzbarer Software unter den gebotenen technischen Möglichkeiten und unter der Einhaltung definierter bzw. empirisch entstandener Standards und Styleguides. Weil sich aber nicht jeder etwas unter Ergonomie und Usability vorstellen kann, sprechen wir lieber von Software, die gut in der Hand liegt.

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Bisher 1 Kommentar

  1. Pingback Weniger, aber besser | Simplease Blog15. Dezember 2011

    […] wenn ihre Kunden dieselbe Einstellung haben, kommt am Ende eine Webseite heraus, die man sich wie dieses schweizer Taschenmesser vorstellen kann. Leider neigen viele Menschen dazu, Dinge zu machen, nur weil sie es können. Es […]

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